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18.04.2012

von Hale

Zuviel Plastik im Meer

Vor einigen Jahren hat der Film "Plastic Planet" auch hierzulande für Furore gesorgt. Den meisten war gar nicht bekannt, dass der Plastikmüll, der täglich in den Meeren und Seen der Welt landet, ein ernsthaftes Problem für die Biodiversität und auf lange Sicht auch für unser Leben darstellt. Natürlich sind die globalen Müllprobleme weithin bekannt, doch meistens beschränkt sich die Diskussion auf die sichere Verwahrung von Atommüll oder die Frage, ob Müll im Weltraum gelagert werden könne. Über die Verschmutzung der Meere machte man sich weniger Gedanken, dabei kann man zwischen Hawaii und dem Festland der USA, wo Strömungen Strudel erzeugen, schon eine Plastikinsel mit einem Gewicht von drei Millionen Tonnen und der Größe von Mitteleuropa finden. Durch die genannten Strömungen gelangt das Plastik auch in den Nahrungskreislauf. Wenn die Partikel absinken, werden sie von Fischen gefressen, die dann auf unseren Tellern landen. meer Ganz zu schweigen von der Tierquälerei, die durch das Plastik ausgelöst wird - die Mägen der Lebewesen, die das Plastik aufnehmen, dehnen sich aus, weil Plastik für sie unverdaulich ist, sodass die Tiere sterben. Insbesondere für Schildkröten und Wale ist Müll die mittlerweile häufigste Todesursache. Für die Biodiversität ist die Verschmutzung verheerend: Vor allem kleine Tiere schwimmen auf den Plastikteilen Tausende von Kilometern mit, auch weil Plastik langsamer schwimmt als Holz, sodass sich die Diversität der Tierwelt ab den Subtropen bis zu den Polen teilweise verdreifacht hat. Da z.B. im südlichen Polgebiet vor allem einheimische Arten leben, können diese im Wettbewerb mit Zuwanderern nicht bestehen und stirbt dann aufgrund des Verlustes ihrer ökologischen Nische aus. Der Ottonormalverbraucher kann viel tun, um die Ausbreitung von Plastikpartikeln in den Meeren zu verhindern. Plastiktüten können durch Stofftaschen ersetzt werden, Plastikflaschen durch Glasflaschen. Auch sollte darauf geachtet werden, den Müll richtig zu trennen und soviel wie möglich zu recyclen. Im März hat sich die fünfte Weltkonferenz in Honolulu mit diesem Problem befasst, wobei ein Plan ausgearbeitet wurde, um den Müll in den nächsten Jahren zu vermindern.